„Wenn auf eure Veranlassung hin eure Jugend gut ausgebildet ist, wird sie eurer Vaterstadt als Schutz dienen; denn für die Städte sind keine Bollwerke oder Mauern zuverlässigere Schutzwälle als Bürger, die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen.“

Philipp Melanchthon (Gelehrter und Mitstreiter Luthers)

Schulordnung

Schulordnung der Diakonisches BildungsZentrum Mecklenburg-Vorpommern gGmbH, Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin

Präambel

Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin in Trägerschaft der Diakonischen Bildungs-Zentrum Mecklenburg-Vorpommern gGmbH ist eine Lebens-, Lern- und Arbeitsgemeinschaft von christlich orientierten Menschen. Das Bildungsverständnis der Fachschule beruht auf der evangelischen Tradition, die den lernenden Menschen als zur Freiheit und Mündigkeit berufen sieht. Die christlichen Wertvorstellungen wie Nächstenliebe, Toleranz, Freiheit und Verantwortung bilden die Grundlage für das vertrauensvolle und partnerschaftliche Zusammenarbeiten und Lernen von Studierenden, Lernbegleiterinnen und Lernbegleitern an der Fachschule.

Als staatlich anerkannte Schule ist die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin den Genehmigungsvoraussetzungen für Schulen in freier Trägerschaft im Land Mecklenburg-Vorpommern verpflichtet. Im Sinne der Gliederung des Schulwesens im Land Mecklenburg-Vorpommern ist die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin eine zweijährige höhere Berufsfachschule im sozialpflegerischen Bereich, die mit der Prüfung zum staatlich geprüften Sozialassistenten oder der staatlich geprüften Sozialassistentin endet, und der darauf aufbauenden Fachschule, die in einem ebenfalls zweijährigen Bildungsgang zum Anschluss als staatlich anerkannter Erzieher oder als staatlich anerkannte Erzieherin abschließt.

Entsprechend des Lernkonzeptes, das selbstverantwortliches Lernen voraussetzt, werden aufgenommene Bewerber der Evangelischen Fachschule Schwerin als Studierende bezeichnet. Der rechtliche Status eines Schülers oder einer Schülerin bleibt davon unberührt.


1. Voraussetzungen für die Aufnahme an die Schule

1.1 — Die wichtigste Voraussetzung für die Aufnahme in die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik ist das persönliche Interesse an einer Ausbildung zum Sozialassistenten, zur Sozialassistentin, zum Erzieher oder zur Erzieherin und die Bereitschaft, diese Ausbildung im Geiste des Leitbildes der Schule, nach den Regeln dieser Schulordnung und auf dem Hintergrund des Curriculums zu absolvieren.

1.2 — Eine kirchliche oder konfessionelle Bindung wird nicht vorausgesetzt, ein grundsätzliches Bekenntnis zu den Werten der Trägerin der Schule ist jedoch unerlässlich und erfordert die aktive Auseinandersetzung damit.

1.3 — Die Aufnahme in die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin erfolgt entweder in die grundständige Höhere Berufsfachschule mit dem Abschluss Sozialassistent, Sozialassistentin oder in die darauf aufbauende Fachschule mit dem Abschluss Erzieher, Erzieherin. Schulrechtlich sind an die Aufnahme Bedingungen geknüpft, die formal erfüllt sein müssen.

1.3.1 — Die Aufnahme in die Höhere Berufsfachschule setzt die gesundheitliche Eignung zur Ausübung des angestrebten Berufes voraus. Der Nachweis wird bei minderjährigen Bewerbern durch eine ärztliche Bescheinigung aufgrund der Erstuntersuchung nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz erbracht.

1.3.2 — Voraussetzungen für die Zulassung zum Bildungsgang Sozialassistenz sind die Zulassungsvoraussetzungen gemäß Verordnung zur Ausbildung und Prüfung an der Höheren Berufsfachschule für Sozialassistenz (Sozialassistenz-Höhere Berufsfachschulverordnung - SOAHBFSVO M-V) in der jeweils gültigen Fassung.

1.3.3 — Wer die allgemeinen Aufnahmevoraussetzungen erfüllt und über die Fachhochschulreife beziehungsweise die allgemeine Hochschulreife oder über eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, kann unmittelbar in die zweite Jahrgangsstufe aufgenommen werden, wenn es die organisatorischen Verhältnisse an der Schule zulassen.

1.3.4 — Die Aufnahme in den Bildungsgang Erzieher beziehungsweise Erzieherin regelt die Verordnung über die Zulassung, Ausbildung und Prüfung an den Fachschulen für Sozialwesen im Land Mecklenburg-Vorpommern (Fachschulverordnung Sozialwesen - FSVOSoz M-V) in der jeweils gültigen Fassung.

1.3.4 — Wer bereits einen der Bildungsgänge nach 1.3 durchlaufen oder die jeweilige Abschlussprüfung endgültig nicht bestanden haben, wird zu dem gleichen Bildungsgang nicht erneut zugelassen.


2. Aufnahme in die Schule


2.1 — Vor der Entscheidung über die Aufnahme prüft die Schulleiterin/ der Schulleiter, ob eine Bewerberin oder ein Bewerber die Voraussetzungen entsprechend 1.1 und 1.3 für die Aufnahme erfüllt. Dabei werden die formalen Voraussetzungen nach 1.3 durch Sichtung und Beurteilung der vorgelegten Bewerbungsunterlagen überprüft. Die unter 1.1 genannten Voraussetzungen werden durch die persönliche Begegnung an einem Kennenlerntag festgestellt. Die Voraussetzungen nach 1.3.1 und 1.3.3 beziehungsweise die entsprechenden Bescheinigungen müssen nicht schon mit den Bewerbungsunterlagen vorgelegt werden, sind jedoch spätestens mit dem unterschriebenen Ausbildungsvertrag vorzulegen.

2.2 —Am Kennenlerntag werden die persönlichen Voraussetzungen über ein ausgewähltes
Verfahren dokumentiert.

2.2.1 — Nach der  Begrüßung an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin wird am Beginn des Kennenlerntages ein Aufsatz geschrieben, der nach den Kriterien Rechtsschreibung, Ausdruck, Themenzentriertheit und inhaltliche Zusammenhänge in die Auswertung des Tages mit einbezogen wird.

2.2.2 — Die weiteren Elemente des Kennenlerntages werden in Gruppen absolviert, fachspezifisch angeleitet und begleitet und von den verantwortlichen Lernbegleitern nach Einschätzungskriterien ausgewertet.

2.2.3 — Mit jedem eingeladenen Bewerber und jeder eingeladenen Bewerberin wird ein persönliches Gespräch geführt. Seitens der Schule führt dieses Gespräch die Schulleiterin/der Schulleiter oder ein von ihr beauftragter Lernbegleiter oder eine beauftragte Lernbegleiterin, ebenfalls in Kleingruppen.

2.2.4 — Die Wahrnehmungen des Kennlerntages werden als Gesamtauswertung von den beteiligten Lernbegleitern dokumentiert. Daraus wird abgeleitet, ob die persönlichen Voraussetzungen für die Aufnahme in die Ausbildung erfüllt sind.

2.2.5 — Die ausgewählten Bewerber erhalten auf dem Postweg eine verbindliche Zusage, zwei Ausfertigungen des Ausbildungsvertrages und Hinweise auf die noch einzureichenden Unterlagen. Übersteigt die Anzahl der geeigneten Bewerber die Anzahl der Schulplätze, wird eine Warteliste gemäß der Kriterien des Kennenlerntages erstellt. Die Bewerber auf der Warteliste werden darüber informiert und in der Regel bis zum Ende des laufenden Schuljahres eine Zu- oder Absage durch die Schulleitung erteilt.

2.3 — Die Aufnahme in die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin erfolgt durch die Aufnahmeentscheidung der Schulleitung.

2.4 — Die Zusage wird durch Vertragsunterzeichnung durch die Geschäftsführung der Diakonisches BildungsZentrum Mecklenburg-Vorpommern gGmbH verbindlich, sofern innerhalb einer angegebenen Frist beide Vertragsexemplare unterschrieben zurückgesendet und alle erforderlichen Unterlagen vorgelegt wurden. Ein unterschriebenes Exemplar wird mit der Einladung zum ersten Schultag gesendet, der Ausbildungsvertrag wird mit dem ersten Schultag wirksam.


3. Rechte der Studierenden, Rechte der Eltern minderjähriger Studierender

3.1 — Die Studierenden haben das Recht auf eine ordnungsgemäße und qualifizierte Ausbildung.

3.2 — Im Rahmen einer Kooperation der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin mit der Hochschule Neubrandenburg wird angestrebt, Lehrinhalte zu absolvieren, die durch Professoren der Hochschule realisiert und organisiert werden. Darüber ist der Erwerb von Credit Points möglich, die für ein Studium an der Hochschule Neubrandenburg im Bereich Early Education anerkannt werden. Die Seminare und Vorlesungen an der Hochschule sind für die Studierenden der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik kostenfrei, die Teilnahme wird von der Schule organisiert. Fahrt- und Verpflegungskosten tragen die Studierenden selbst.

3.3 — Die Studierenden haben das Recht auf eine angemessene Interessensvertretung. Diese wird durch einen Studierendenrat wahrgenommen, dem aus jeder Klasse zwei Vertreter angehören. Jede Vertreterin und jeder Vertreter wird aus der Klassengemeinschaft nach den demokratischen Grundregeln für ein Jahr gewählt. Die Ausgestaltung dieser Regeln kann der Studierendenrat in einer Geschäftsordnung niederschreiben.

3.3.1 — Der Studierendenrat trifft entsprechend der eigenen Geschäftsordnung regelmäßig zusammen, mindestens jedoch zweimal im Jahr. Soweit nichts anderes geregelt ist, hat die oder der älteste Studierende den Vorsitz.

3.3.2 — Der Studierendenrat entsendet durch Wahl aus der Studierendenschaft zwei Studierendenvertreter für ein Jahr in die Schulkonferenz. Sofern die Elternschaft der minderjährigen Studierenden auf eine Entsendung verzichtet, werden drei Vertreter entsendet.

3.3.3 — Der Studierendenrat kann sich mit allen Fragen und Anliegen der Studierenden direkt an die Schulleiterin/den Schulleiter wenden.

3.3.4 — Die Vertreter einer Klasse im Studierendenrat fungieren in der Regel in ihren Klassen als Klassensprecher oder Klassensprecherin.
 
3.3.5 — Jede Klasse hat eine Klassenbegleitung aus dem Kreis der Lernbegleiter, an die sich Studierende mit ihren Fragen und Anliegen wenden können.

3.4 — Die Eltern der minderjährigen Studierenden haben das Recht auf eine angemessene Interessensvertretung. Diese wird durch einen Elternrat wahrgenommen, der aus allen Eltern minderjähriger Studierenden besteht. Diese Eltern werden zu Schuljahresbeginn von der Schulleitung zu einer konstituierenden Sitzung eingeladen. Diejenigen Eltern, die der Einladung folgen oder bei Verhinderung ihr Interesse gegenüber der Schulleitung erklären, bilden den Elternrat.

3.4.1 — Der Elternrat wählt aus seinen Reihen zwei Sprecher und entsendet einen Vertreter oder eine Vertreterin des Elternrates für ein Jahr in die Schulkonferenz. Wenn der Elternrat auf die Entsendung verzichtet, geht der Sitz des Elternrates in der Schulkonferenz an einen dritten Studierendenvertreter oder eine dritten Studierendenvertreterin.

3.4.2 — Das Mandat des Elternvertreters oder der Elternvertreterin erlischt zum Schuljahresende auch dann, wenn deren jüngstes Kind, das die Schule besucht, zwischenzeitlich volljährig wird. Wird das Mandat im laufenden Jahr niedergelegt, rückt ein Studierendenvertreter oder eine Studierendenvertreterin nach.

3.4.3 — Wenn die Eltern der minderjährigen Studierenden keinen Elternrat konstituieren, wird der Sitz in der Schulkonferenz von einem weiteren Studierendenvertreter oder einer weiteren Studierendenvertreterin eingenommen.

3.5 — Das individuelle Vertretungsrecht von Eltern minderjähriger Studierender bleibt von diesen Regeln unberührt.


4. Mitwirkung , Schulkonferenz

4.1 — Die Schulkonferenz der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin besteht aus acht stimmberechtigten Personen:

  • der Schulleiterin beziehungsweise dem Schulleiter
  • drei Vertretern der Klassenbegleiter
  • zwei Vertretern der Studierenden
  • einem Vertreter oder einer Vertreterin der Eltern minderjähriger Studierender
  • einem Vertreter oder einer Vertreterin des Schulträgers.

Die Schulkonferenz wählt mit einfacher Mehrheit eine Vorsitzende oder einen Vorsitzenden.
Sofern der Elternrat keinen Vertreter und keine Vertreterin in die Schulkonferenz entsendet, rückt ein weiterer Vertreter oder eine weitere Vertreterin der Studierenden nach.

4.2 — Weitere Personen können mit einfacher Mehrheit für einzelne oder mehrere Tagesordnungspunkte und einzelne oder mehrere Sitzungen, maximal jedoch für ein Jahr mit beratender Stimme hinzugewählt werden.

4.3 — Die Vorsitzende beziehungsweise der Vorsitzende lädt spätestens sechs Wochen nach Schuljahresbeginn zur Schulkonferenz ein.

4.3.1 — Die Vorsitzende beziehungsweise der Vorsitzende lädt zum Schuljahresbeginn die Eltern minderjähriger Studierender ein und stellt fest, ob ein Elternrat konstituiert wird und ein Elternvertreter oder eine Elternvertreterin in die Schulkonferenz entsendet wird. Sofern eine Entsendung erfolgen soll, wird der Vertreter oder die Vertreterin vom Elternrat in der ersten Sitzung gewählt.

4.3.2 — Die amtierenden Studierendenvertreter laden spätestens vier Wochen nach Schuljahresbeginn zum Studierendenrat ein. Sofern die amtierenden Studierendenvertreter die Schule verlassen haben, lädt die Schulleitung entsprechend ein. In der ersten Sitzung werden zwei Vertreter für die Schulkonferenz gewählt sowie ein Nachrücker oder eine Nachrückerin für den Fall, dass kein Elternvertreter entsendet wird oder die Elternvertreterin oder der Elternvertreter unterjährig ihr beziehungsweise sein Mandat zurückgibt.

4.3.3 — In der ersten Klassenbegleiterkonferenz zum Schuljahresbeginn werden drei Vertreter der Klassenbegleiter in die Schulkonferenz gewählt.

4.4 — Die Schulkonferenz gibt sich eine Geschäftsordnung, die die Häufigkeit, die Abstimmungsmodalitäten, Protokollführung, Redezeiten, das Zustandekommen der Tagesordnung und sonstige notwendige Regelungen umfasst. Die Geschäftsordnung darf der Schulordnung nicht zuwiderlaufen.

4.5 — Die Schulkonferenz berät über wichtige Angelegenheiten der Schule. Sie kann sich mit Fragen und Anregungen an die Gremien der Schule wenden. Diese nehmen die Anregungen und Fragen auf die Tagesordnung ihrer nächsten Sitzung. Fragen werden beantwortet, Anregungen beraten.

4.6 — Die Schulkonferenz entscheidet über:

  • die Grundlagen der Zusammenarbeit in der Schulgemeinde
  • die Schulordnung
  • die Hausordnung
  • die Durchführung besonderer schulischer Veranstaltungen.

4.7 — Die Schulkonferenz wird von der Schulleitung und dem Schulträger angehört:

  • vor der Durchführung eines Schulversuches an der Schule
  • vor der Veränderung des Profils der Schule
  • vor grundlegenden Veränderungen der Schulstruktur
  • bei der Besetzung der Schulleitungspositionen durch Einholen eines Votums.



5. Pflichten der Studierenden


5.1 — Die Studierenden haben die Pflicht, am theoretischen und fachpraktischen Unterricht und den für sie vorgesehenen schulischen Veranstaltungen pünktlich und vollumfänglich teilzunehmen.  
Die Schule unterscheidet wie folgt:

  • Input ggf. mit Morgen- und Abschlusskreis > Anwesenheitspflicht in der Schule
  • Auswertungseinheiten mit Abschlusskreis > Anwesenheitspflicht in der Schule
  • Exkursionen, jahrgangsübergreifende Projekte, Inputs etc. > Anwesenheitspflicht in der Schule
  • Selbstlernzeit > selbstgewählter Lernort außerhalb der Schule möglich (Bezug 6.4.2)


5.1.1 — Jegliches Fehlen ist sofort durch einen Anruf im Sekretariat der Schule zu melden und bei der Klassenbegleitung zu entschuldigen.

5.1.2 — Im Falle von Krankheit wird ab dem ersten Tag, spätestens am dritten Werktag der Erkrankung eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt. Dabei ist der Postweg, ein Fax oder ein E-Mail-Anhang möglich. Das Original wird am ersten Tag nach Genesung, der Klassenbegleitung vorgelegt. 

5.1.3 — Fehlzeiten gefährden die Ausbildung. Eine Orientierung für die Fehlzeiten der theoretischen Ausbildung gibt die Fehlzeit von 15 % pro Schuljahr während der Praktika vor. Wird diese Fehlzeit überschritten, entscheidet die Schulleiterin/der Schulleiter auf Vorschlag der Klassenbegleiterkonferenz, ob die Weiterführung der Ausbildung möglich und sinnvoll ist.

5.2 — Die Studierenden entwickeln und nutzen unter anderem das Prinzip der Selbstorganisation des Lernens. Dazu werden gemäß Präsenzplan „Selbstlernzeiten“ berücksichtigt.

5.3 — Die Studierenden führen alle mit der Ausbildung in Zusammenhang stehenden Arbeiten gründlich, ordnungsgemäß und termingerecht durch. Zur eigenen Lernentwicklung dokumentieren die Studierenden kontinuierlich und eigenverantwortlich die Lerninhalte.

5.4 — Die Studierenden entrichten das monatliche Schulgeld, das die Schule zur Finanzierung des Schulbetriebes erhebt. Die Höhe des Schulgeldes wird durch die Trägerin mit der Schulgeldordnung nach billigem Ermessen festgelegt und durch Aushang in der Schule bekannt gemacht. Das Schulgeld ist jeweils zum dritten Werktag eines Monats zur Zahlung fällig.

5.5 — Grundsätzlich sind die Lehrmaterialien durch die Studierenden selbst zu beschaffen. Soweit Schulungsmaterialien zentral durch die Schule angeschafft werden, werden die hierfür entstehenden Kosten den Studierenden auf Grundlage der jeweils geltenden Schulgeldordnung in Rechnung gestellt.

5.6 — Die Studierenden sind dem Datenschutzgesetz der EKD entsprechend verpflichtet über Belange der Ausbildung an der Schule und in den Praxisstellen Stillschweigen zu wahren. Die entsprechende Belehrung wird schriftlich fixiert und in die Studierendenakte aufgenommen.


6. Unterricht und Schulveranstaltungen

6.1 — Das Schuljahr gliedert sich in Theorie- und Praxiszeiten sowie Ferien. Es gilt die Ferienregelung für berufliche Schulen im Land Mecklenburg-Vorpommern. Abweichungen entscheidet die Schulleitung in Abstimmung mit den zuständigen Gremien.

6.1.1 — Die beweglichen Ferientage werden von der Schulleitung im Rahmen der Schuljahresplanung festgelegt.

6.1.2 — Die Schulleitung kann Studientage bestimmen, die ebenfalls über die Schuljahresplanung festgelegt werden.

6.1.3 — Die Schuljahresplanung wird vor Beginn der Sommerferien abgeschlossen und bekannt gegeben.

6.2 — Die zeitliche Gliederung der Ausbildung findet sich in der Anlage zum Curriculum.

6.3 — Die tägliche Lern- und Arbeitszeit findet montags bis freitags in der Zeit von 8:00 Uhr bis 11:30 Uhr und von 12:00 Uhr bis 15:30 Uhr statt und beginnt in der Regel mit dem Morgenkreis und endet mit dem Abschlusskreis beziehungsweise dem Wochenschluss.

6.3.1. — Darüber hinaus können die Klassenbegleiter in begründeten Ausnahmefällen an Wochentagen im Vorfeld abweichende Lern- und Arbeitszeiten mit der Schulleitung vereinbaren.

6.3.2. — Die Schulleitung kann sogenannte verkürzte Tage anordnen. An verkürzten Tagen endet die tägliche Lern- und Arbeitszeit um 11.30 Uhr. Aufgrund der 36 Stunden-Unterrichtswoche ergibt sich in der Regel ein verkürzter Tag pro Woche.

6.4 — Der Unterricht wird in Form von Klassenunterricht entsprechend des im Schulgebäude per Aushang veröffentlichten Präsenzplanes durchgeführt, mit inhaltlicher Präzisierung im Wochenplan.

6.4.1 — Weitere Lern- und Arbeitsformen können sein:
- Klassen- und jahrgangsübergreifender Unterricht 
- Projektarbeit an der Schule und anderen geeigneten Lernorten, die durch die Schulleitung zu genehmigen ist. Die An- und Abreise zu diesen Lernorten ist von den Studierenden selbst zu finanzieren.

6.4.2 — Die freie Wahl des Lernortes innerhalb der Selbstlernzeit ist für die Studierenden nach Absprache mit der zuständigen Lernbegleitung und unter der Voraussetzung der persönlichen oder zumindest telefonischen Erreichbarkeit während der Abwesenheit möglich. Die Studierenden übernehmen die Verantwortung für den ausbildungsbezogenen Inhalt ihrer Abwesenheit und weisen nach der Selbstlernzeit in Absprache mit der zuständigen Lernbegleitung entsprechende Projektstände nach.

6.5 — Schulveranstaltungen können neben dem „Tag der offenen Tür“ weitere Formen haben. Diese werden jeweils in die Jahresplanung aufgenommen.

6.6 — Den Studierenden werden von der Schule geeignete Einrichtungen angeboten, in der Regel diakonische beziehungsweise konfessionell gebundene, aus denen sie eine Einrichtung für das Absolvieren ihres Praktikums auswählen können. Wählen Studierende ohne Hilfe der Schule selbst eine Praktikumsstelle aus, ist die Wahl dieser Einrichtung durch die Schulleitung genehmigen zu lassen. Dazu ist das Konzept der Einrichtung vorzulegen. Die Genehmigung ist davon abhängig, inwieweit das Konzept der Einrichtung mit den Prinzipien der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin im Einklang steht.

6.6.1 — In derselben Einrichtung kann bis zu zwei Mal während der Gesamtausbildungszeit ein Praktikum absolviert werden.

6.6.2 — Vor Beginn des Praktikums wird ein Vertrag zwischen der Schule und der Praxiseinrichtung geschlossen, der das Zusammenwirken bei der Ausbildung regelt.

6.6.3 — Während eines Praktikums werden Reflexionstage durchgeführt.

6.6.4 — Zusätzlich besucht eine pädagogische Fachkraft der Ev. Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin je Studierenden je Praktikum in der Regel ein Mal.

6.6.5 — Während des Praktikums können Mentoren-Treffen in der Schule stattfinden. Diese werden bedarfsorientiert durch die Ev. Fachschule für Sozialpädagogik organisiert.

6.6.6 — Die Praktikumsorte sollen in der Regel nicht weiter als 60 km (einfache Fahrt) von der Ev. Fachschule für Sozialpädagogik entfernt sein. Die Schulleitung bzw. der/die zuständige Praktikumskoordinator/-in kann Ausnahmen genehmigen.


7. Curriculum, Kompetenzerwerbsbuch und Lernziele

7.1 — Die Grundlage für die Planung, Gestaltung und Nachbereitung des Unterrichts ist das Curriculum der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin. Das Curriculum umfasst beide Ausbildungsgänge und den integrierten Erwerb der Fachhochschulreife. 

7.1.1 — Das Curriculum entspricht den staatlichen Rahmenplänen für die Sozialassistenz- und die Erzieherausbildung des Landes Mecklenburg-Vorpommern.

7.1.2 — Das Curriculum ist als Anlage beigefügt und Bestandteil der Schulordnung.

7.1.3 — Die Dokumentation der Kompetenznachweise entsprechende des Curriculums erfolgt über ein Kompetenzerwerbsbuch. Dies ist als Anlage beigefügt und Bestandteil der Schulordnung.

7.1.4 — Die behandelten Lerninhalte werden im Klassenbuch dokumentiert.

7.2 — Das Lernziel ist in beiden Ausbildungsgängen der Erwerb beruflicher Handlungskompetenz, also der Fähigkeiten und Fertigkeiten, berufliche und fachliche Aufgaben und Fragestellungen erfolgreich und verantwortlich zu lösen.


8. Kompetenzerwerb, Bewertung und Abschlüsse

8.1 — Das Selbstverständnis der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik ist das einer evangelischen Bildungseinrichtung, an der die Studierenden mit fachlich und methodisch qualifizierten Lernbegleitern den eigenen Kompetenzerwerb selbstständig organisieren und gestalten. Der Kompetenzerwerb, dessen Ziel die berufliche Handlungskompetenz als Sozialassistent, Sozialassistentin, Erzieherin oder Erzieher ist, verläuft über vier Kompetenzerwerbsstufen.

8.1.1 — Appetenz – Die Studierenden verfügen über die Bereitschaft und das Interesse, sich das notwendige Wissen anzueignen und Fähigkeiten und Fertigkeiten auszubilden. Sie nehmen die Herausforderungen von Lernsituationen an. Sie verfügen über die Fähigkeit zu lernen, eine be-stimmte Anforderung zu erfüllen, und ihre intrinsische Motivation zur Gestaltung von Lernprozessen und zum Erreichen von Lernergebnissen gezielt einzusetzen sowie diese zu reflektieren. Dies zeigt sich in der Ausprägung von Lernkompetenz, wie sie im Curriculum beschrieben ist.

8.1.2 — Potenz – Die Studierenden verfügen über das notwendige fachliche und theoretische Wissen für die berufliche Tätigkeit. Sie halten Fachkenntnisse und Interpretationsalternativen bereit, die für die Umsetzung in den angestrebten Berufen des Sozialassistenten, der Sozialassistentin, des Erziehers, der Erzieherin notwendig sind. Dies zeigt sich in der Ausprägung von Fach- und Theoriekompetenz, wie sie im Curriculum beschrieben ist.

8.1.3 — Performanz – Die Studierenden verfügen über die Fertigkeiten und den Willen, ihr fachliches und theoretisches Wissen anzuwenden und umzusetzen. Sie sind imstande, biographische und individuelle Bewusstheit sowohl in Bezug auf die eigene Entwicklung als auch im Umgang und in der Auseinandersetzung mit Anderen in fachlichen Kontexten zu berücksichtigen. Dies zeigt sich in der Ausprägung von Selbst- und Sozialkompetenz, wie sie im Curriculum beschrieben ist.

8.1.4 — Konsequenz – Die Studierenden verfügen über die Fähigkeit, das eigene Wissen und Können zu reflektieren, die Folgen ihres beruflichen Handelns einzuschätzen und  berufliche Anforderungen in Situationen der Bildung, Erziehung und Sozialisation interdisziplinär praktisch umzusetzen. Dies zeigt sich in der Ausprägung von Methoden- und Anwendungskompetenz, wie sie im Curriculum beschrieben ist.

8.2 — Der Nachweis von Kompetenzen liegt in der Verantwortung der Studierenden. Kompetenznachweise werden unter anderem wie folgt geführt:-    über Gespräche und insbesondere die Lernentwicklungsgespräche (besonders in Hinblick auf die Appetenz),-    über Klassenarbeiten und Tests (besonders in Hinblick auf die Potenz)-    über Portfolio und Präsentationen (besonders in Hinblick auf die Performanz) und-    über die Abschlussprüfung (besonders in Hinblick auf die Konsequenz).

8.2.1 — Die Lernentwicklung der Studierenden wird in Lernentwicklungsgesprächen thematisiert, die Lernentwicklung wird dokumentiert. Zur Dokumentation gehören die schriftliche Einschätzung von Kompetenznachweisen wie schriftliche Praktikumsarbeiten, Facharbeiten, dokumentierte Gruppen- und Einzelarbeiten und dergleichen, die Niederschriften der Lernentwicklungsgespräche, die Einschätzungen der Mentoren über die Praktika und die der Klassenbegleiter über die Praktikumsbesuche.

8.2.2 — Die konkreten Nachweise werden zwischen Lernbegleitern und Studierenden abgesprochen.

8.3 — Der Kompetenzerwerb wird im Kompetenzerwerbsbuch dokumentiert. Diese erfolgt in Kommunikation mit den Studierenden durch die Einschätzung der Lernbegleiter über Kompetenzniveaustufen:

  • Stufe 6: die Kompetenz ist nicht erkennbar
  • Stufe 5:  die Kompetenz ist in Ansätzen erkennbar
  • Stufe 4: die Kompetenz ist durchaus erkennbar
  • Stufe 3: die Kompetenz ist grundlegend erkennbar
  • Stufe 2: die Kompetenz ist ausgeprägt erkennbar
  • Stufe 1: die Kompetenz ist aufgefächert erkennbar


8.4 — Für Zeugnisse werden die Kompetenzniveaustufen von der Klassenbegleiterkonferenz in das übliche Notensystem mit den Stufen sehr gut, gut, befriedigend, ausreichend, mangelhaft und ungenügend übersetzt. Dabei entspricht die Kompetenzniveaustufe 6 der Note ungenügend, die Kompetenzniveaustufe 1 der Note sehr gut, die übrigen entsprechend. Die pädagogische Freiheit und Verantwortung der Lernbegleiter bleibt unberührt. Wird die Bewertung von mehreren Lernbegleitern unterschiedlich eingestuft, so gilt eine Einigung im Sinne des Gesamtbildes des Studierenden.

8.5 — An der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik können zwei Abschlüsse erworben werden.

8.5.1 — Die höhere Berufsfachschule führt zum Abschluss als „Staatlich geprüfter Sozialassistent, staatlich geprüfte Sozialassistentin“.

8.5.2 — Die Fachschule führt aufbauend auf die höhere Berufsfachschule zum Abschluss als „Staatlich anerkannter Erzieher, staatlich anerkannte Erzieherin“.

8.5.3 — Der Abschluss der Fachschule im grundständigen Ausbildungsgang „Staatlich anerkannte/-r Erzieher/-in“ beinhaltet die Fachhochschulreife.

8.5.4 — Die Evangelische Fachschule für Sozialpädagogik hat einen Kooperationsvertrag mit der Hochschule Neubrandenburg, University of Applied Sciences, geschlossen, dem ein gemeinsames Anrechungsverfahren zugrunde liegt, wonach Lernergebnisse, welche aus der Ausbildung an der Evangelischen Fachschule für Sozialpädagogik Schwerin resultieren, vor der Zulassung an der Hochschule Neubrandenburg im Studiengang „Early Education“ eine Einstufung ermöglichen. Es können maximal 90 Credit Points anerkannt werden. Näheres regeln das Landeshochschulgesetz und der Kooperationsvertrag in der jeweils aktuellen Fassung.


9. Entlassung aus der Schule

9.1 — Die Entlassung aus der Schule erfolgt in der Regel mit dem Erreichen des Ausbildungszieles und der Aushändigung des Abschlusszeugnisses zum Staatlich anerkannten Erzieher oder zur Staatlich anerkannten Erzieherin.

9.2 — Die Entlassung aus der Schule kann auch durch Kündigung des Ausbildungsvertrages erfolgen.

9.2.1 — Im Ausbildungsvertrag wird eine Probezeit von sechs Monaten vereinbart. Diese Probezeit kann durch die Schule bei Vorliegen eines wichtigen Grundes um weitere sechs Monate durch einseitige Erklärung gegenüber der Studierenden, dem Studierenden und bei Minderjährigen gegenüber den Eltern verlängert werden. Innerhalb der Probezeit ist die Kündigung des Ausbildungsvertrages mit einer Frist von zehn Tagen zum Ende eines Kalendermonates ohne Angaben von Gründen zulässig. Die Verpflichtung der Schulgeldzahlung besteht bis zum Ende des Monats, in dem die/der Auszubildende/Studierende ausscheidet.

9.2.2 — Der Studierende, die Studierende kann den Vertrag ordentlich unter Einhaltung einer Frist von drei Monaten zum Schuljahresende kündigen, bei minderjährigen Studierenden gilt dies für die Eltern.

9.2.3 — Sollten, insbesondere im Praktikum, bei der/dem Studierenden deutliche Mängel der pädagogischen Eignung festgestellt werden, die die Qualifizierung zum/zur Staatlich anerkannten Erzieher/-in ausschließen, besteht vonseiten der DBZ M-V gGmbH die Möglichkeit, den Ausbildungsvertrag nach Abschluss zum/zur Staatlich geprüften Sozialassistenten aufzukündigen.   Der/die Studierende bzw. deren gesetzliche Vertreter sind schriftlich zu informieren. Die Ausbildung endet dann mit dem Abschluss als staatlich geprüfte/-r Sozialassistent/-in im Jahr der Abschlussprüfung. 

9.2.4 — Die Schule kann den Ausbildungsvertrag aus einem wichtigen Grund außerordentlich kündigen. Ein wichtiger Grund liegt insbesondere vor

  • bei Verstößen der Schul- und Hausordnung
  • bei nachhaltiger Störung des Schulfriedens, wenn deshalb eine Fortsetzung des Ausbildungsvertrages angesichts der Art und der Schwere der Störung für die Schule unzumutbar ist
  • bei vertragswidrigem Verhalten, insbesondere durch üble Nachrede, Verfassen von beleidigenden Texten und Kommentaren im Internet gegenüber haupt- und nebenamtlichen Mitarbeitenden, anderen Studierenden sowie mit dem DBZ M-V gGmbH verbundenen juristischen und natürlichen Personen
  • bei in der Schule oder in der Praxis auftretendem unzumutbaren (pädagogisch untragbarem) Verhalten, z.B. grobem und/oder übergriffigem Umgang mit Kindern und Jugendlichen (unter Einholung einer schriftlichen Stellungnahme)
  • bei Verletzung der Schweigepflicht
  • bei Vorliegen von Straftatbeständen
  • bei Rückstand der Schulgeldzahlung von mehr als zwei monatlich geschuldeten Schulgeldbeiträgen
  • Engagement in Organisationen und Parteien, die den Grundrechten Deutschlands und dem Leitbild der DBZ M-V gGmbH widersprechen.


9.3 — Der Ausbildungsvertrag endet, ohne dass es einer Kündigung bedarf, wenn der Studierende, die Studierende die Abschlussprüfung zum zweiten Mal nicht bestanden hat.

9.4 — Die Verpflichtung zur Schulgeldzahlung besteht bis zum Ende des Monats, in dem der Studierende, die Studierende ausscheidet. Endet der Ausbildungsvertrag in Folge einer außerordentlichen Kündigung seitens der Schule, ist das Schulgeld bis zum Ende des Schuljahres, mindestens aber für weitere drei Monate zu zahlen. InkrafttretenDie Schulordnung tritt einschließlich der Anlagen Curriculum und Kompetenzerwerbsbuch durch Beschluss der Schulkonferenz vom 30.August 2018 mit dem Schuljahresbeginn 2018/19 in Kraft.

Schwerin, 30. August 2018
gez. Heike Harder