„Wenn auf eure Veranlassung hin eure Jugend gut ausgebildet ist, wird sie eurer Vaterstadt als Schutz dienen; denn für die Städte sind keine Bollwerke oder Mauern zuverlässigere Schutzwälle als Bürger, die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen.“

Philipp Melanchthon (Gelehrter und Mitstreiter Luthers)

Maritime Lernwerkstatt



1. Zielgruppe
Die Maßnahme ist für 17 einheimische und ausländische Bürger mit Aufenthaltstitel konzipiert, die aufgrund multipler Vermittlungshemmnisse, je nach Art und Schwere, auf dem allgemeinen Arbeits-/Ausbildungsmarkt nicht beschäftigt werden können bzw. die angebotenen Maßnahmen abgebrochen haben.
Insbesondere für Jugendliche und junge Menschen, die aufgrund von auftretender körperlicher Instabilität, Schwierigkeiten/Problemen bei der individuellen Gestaltung des Übergangs von der Schule in die Ausbildung haben, eignet sich diese Maßnahme.
Weitere Voraussetzungen:

  • Bezieher von Arbeitslosengeld II
  • Jugendliche ab 16 Jahren und junge Menschen, die noch 27 Jahre alt sind

2. Ziele der Maßnahme
Die Maritime Lernwerkstatt ist als niedrigschwelliges, kontinuierliches und individuelles Angebot zu betrachten, das langfristig auf eine berufliche Integration vorbereitet. Es sollen vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse vermindert bzw. beseitigt werden. Der/die Teilnehmende (TN), der/die in der Regel multiple Problemlagen aufweist, wird u.a. bei der Entwicklung der Tagesstruktur unterstützt.
Ziele sind weiterhin:

  • Motivation und Stabilisierung der Persönlichkeit für eine berufliche Integration und/oder mögliche Qualifizierung
  • Ermittlung der Interessen und Neigungen
  • Ermittlung in Bezug auf die Belastbarkeit für den Arbeits- und Ausbildungsalltag
  • Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeitsmarkt.

Die Maritime Lernwerkstatt stellt als Sozialbetrieb einen Lern-, Arbeits- und Wirtschaftszu-sammenhang, für die hier angesprochene Gruppe der langzeitarbeitslosen jungen Erwachsenen her. Motivation zur Teilhabe an gesellschaftlichen Prozessen, zum Engagement und zur Bildungsbereitschaft soll bei den jungen Erwachsenen geweckt und stabilisiert werden.

3. Inhalte und Methoden der Maßnahme
In der Maritimen Lernwerkstatt können die TN in verschiedenen Bereichen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erproben.
Diese Maßnahme, in den Konturen eines so genannten „Sozialbetriebes“, ermöglicht die größtmögliche Nähe zur Methode „Arbeit mit Ernstcharakter“.
Gerade für junge Erwachsene ist dieses Modell geeignet, da sie durch ihre Tätigkeit in der Maßnahme zusammenhängende Strukturen des Arbeitens, Wirtschaftens und Lernens (oft erstmals) erfahren und sich auf den Arbeits- und/oder Ausbildungsmarkt vorbereiten.

Es ist angedacht, dass jeder TN in der Maritimen Lernwerkstatt 814 UE in sechs Monaten absolviert. Die im Folgenden beschriebenen Werkstätten-Bereiche und Gewerke sind als Methode zum Erwerb von intrapersonalen Kompetenzen zu betrachten.

Beginnend mit dem Eignungstest folgt ein Förder- und Entwicklungsplan, der während der Maßnahme in Einzelgesprächen angepasst und modifiziert wird. Hauptschwerpunkt ist das pädagogische Case - Management und die individuelle Förderung und Forderung eines jeden einzelnen TN.

  • Zugang zum Teilnehmer herstellen
  • Fallaufnahme
  • Ermittlung des Hilfebedarfs/ Kompetenzanalyse
  • Zielfestlegung
  • Planung der Hilfe
  • Kontrolle der Hilfe
  • Bewertung der Hilfe
  • Besonderheiten der Einzelfallhilfe

Durch täglichen morgendlichen „Arbeits- und Dienstbesprechungen“ wird bei den TN das Prinzip und die Methode der Partizipation angewendet. Ergebnis ist das Erleben von Planung, Routine und Struktur. Die TN festigen in diesen Runden ihre kognitiven Fähigkeiten und haben die Möglichkeit, ihre Selbstwirklichkeit und Selbstwahrnehmung zu trainieren.
Die Maritime Lernwerkstatt als Trainingsfeld der Arbeitswelt mit Ernstcharakter folgt den Thesen:
- Arbeit braucht Anerkennung.
- Hergestelltes muss gebraucht werden.
- Engagement braucht Öffentlichkeit.
- Mitarbeit muss sich lohnen.

Die Maritime Lernwerkstatt bedient sich folgender „Betriebsstruktur“, um die TN nach Neigungen, Interessen und Kompetenzen anzuleiten und die Ziele zu erreichen. Das heißt, dass nicht jeder TN in allen Bereichen tätig wird.

Bereiche:

  • Verwaltung:

Sekretariat
- Verwaltungsaufgaben z.B. Führen von Anwesenheits-, Kranken-, sowie Urlaubslisten, Erstellen von Werkstattplänen
- Auftragsannahme
- Telefondienst
- Herausgabe von notwendigen Arbeitsmaterialien
- Lager (Lagerorganisation - Lagerinventur, Dokumentation, Verpackungsmaterialien, Wareneingang, Warenausgang)

Einkauf
- Materialbeschaffung (Büro- und Verbrauchsmaterialien, Arbeitsmaterialien, Werkzeuge)
- Preisrecherche
- Herausgabe von notwendigen Arbeitsmaterialien
- „Shop-Verkauf“
- Lager (Lagerorganisation - Lagerinventur, Dokumentation, Verpackungsmaterialien, Wareneingang, Warenausgang)

Hausservice
- Planung und Organisation von Reinigungsabläufen
- tägliche (Reinigung und) Kontrolle der Werkstätten, Flure, Aufenthaltsräume, Küche und sanitären Einrichtungen auf Sauberkeit und Ordnung
- einmal in der Woche (Freitag) ein gemeinsames Mittagessen zubereiten (inkl. Einkauf der Zutaten)

  • Werkstatt

Produktion 1Holzwerkstatt (abwechselnde Werkstattleitung, mit Unterstützung durch Praxisanleiter)
- Herstellen von Produkten mit Hilfe von Werkzeugen und Maschinen

Produktion 2
Feinwerkstatt (abwechselnde Werkstattleitung, mit Unterstützung durch Praxisanleiter)
- Fein- und Abschlussarbeiten (Schleifen, Feilen, Zusammenbau der Einzelteile), bis hin zur Übergabe an Abteilung 1 (Verwaltung – Lagerwirtschaft)

  • Marketing/Verkauf

- Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Facebook)
- Planung der Verkaufsstände z.B. auf dem Stralsunder Weihnachtsmarkt….
- Produktrecherche, Produktentwicklung
Aus alten und gebrauchtem Segeltuch, Holz, Planen und (Geister-) Fischernetzen sollen funktionstüchtige Wohn-/Alltags- und Gartenaccessoires hergestellt werden.


das Gebäude
der Eingang
eine Auswahl der Produkte
die Werkstatt im OG
die Werkstatt im EG
die Küche
die Werkstatt im EG
die Werkstatt im OG
der Gemeinschaftsraum
das Büro des Anleiters
das Büro/Sekretariat
 


Kontaktdaten

Projektort
Kreisdiakonisches Werk Stralsund e.V.
Maritimes Zentrum Frankenvorstadt
Großer Diebsteig 3 · 18439 Stralsund


Ansprechpartner: Herr Jörn Pardeyke
Telefon: 03831 - 28 22 38
eMail: maritime.lernwerkstatt@kdw-hst.de

   

Projektträger
Diakonisches BildungsZentrum
Mecklenburg-Vorpommern gGmbH
Recknitzallee 1a · 18334 Bad Sülze


Ansprechpartnerin: Frau Mandy Ohm
Telefon: 038229 - 70451
eMail: m.ohm@dbz-mv.de



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