„Wenn auf eure Veranlassung hin eure Jugend gut ausgebildet ist, wird sie eurer Vaterstadt als Schutz dienen; denn für die Städte sind keine Bollwerke oder Mauern zuverlässigere Schutzwälle als Bürger, die sich durch Bildung, Klugheit und andere gute Eigenschaften auszeichnen.“

Philipp Melanchthon (Gelehrter und Mitstreiter Luthers)

Gesundheitsfördernde Kita

Projektdurchführung zur „Anerkannten gesundheitsfördernden Kindertagesstätte“

Projektträger:Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern
Wismarsche Straße 199, 19053 Schwerin

Diakonisches Bildungszentrum Mecklenburg- Vorpommern, gGmbH Bildungsstätte JAMBUS Bad Sülze
Recknitzallee 1a, 18334 Bad Sülze

Ziel:Umsetzung eines Konzeptes für Kindertageseinrichtungen zum Thema:
„Anerkannte gesundheitsfördernde Kindertagesstätte“

Kontakt:Bildungsstätte JAMBUS Bad Sülze
Frau Heike Harder -  h.harder@dbz-mv.de

Zielgruppe:Kindertagesstätten aus Mecklenburg- Vorpommern

Projektpartner:Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern und
Bildungsstätte JAMBUS Bad Sülze

Handlungsfeld:Gesundheitsprävention / Salutogenetischer Ansatz

Grundlage:Landesaktionsplan zur Gesundheitsförderung und Prävention sowie das Kinderförderungsgesetz von Mecklenburg- Vorpommern

Projektzeitraum:Projektzeitraum 1: 2007 – 2009
Projektzeitraum 2: 2010 – 2012
Projektzeitraum 3: 2015 – 2017
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Nachhaltigkeit für alle
zertifizierten Kinder-
tagesstätten:
  • jährliche kostenfreie Workshops für zertifizierte Kindertagesstätten
  • Re-Zertifizierung nach zwei und fünf Jahren
  • jährliche kostenfreie Fachbegleitung durch die Projektträger vor Ort in jeder Kindertagesstätte
  • Beratung und ggf. Vermittlung von Inhouse-Seminaren
  • Anpassungsqualifizierungen für neu eingestellte Mitarbeitende


Beschreibung der Maßnahme

Um die Gesundheit von Kindern nachhaltig zu fördern ist es wichtig, ihr Lebensumfeld gesundheitsförderlich zu gestalten. Dieses Projekt soll dazu beitragen, die Gesundheitskompetenzen der Kinder, ihrer Familien aber auch die der Erzieher/innen zu stärken, und allen Akteuren ein positives Konzept von Gesundheit zu vermitteln.

Aus diesem Grund hat die Unfallkasse Mecklenburg- Vorpommern mit das Diakonische BildungsZentrum Mecklenburg-Vorpommern gGmbH mit der Geschäftsstelle JAMBUS Bad Sülze in Kooperation mit anderen Verbänden und Vereinen aus Mecklenburg- Vorpommern ein Konzept entwickelt, welche die Voraussetzungen für eine „Anerkannte gesundheitsfördernde Kindertagesstätte“ schaffen und die Nachhaltigkeit der Gesundheitsförderung in den anerkannten Kindertagesstätten sichert. Besondere Berücksichtigung findet hierbei der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Setting- Ansatz, der primär präventive und gesundheitsfördernde Interventionen meint und sich statt auf Individuen auf Lebensräume richtet.

Wesentliche Prinzipien der Setting- Arbeit sind der Einbezug aller relevanten Gruppen und die Entwicklung eines integrierten Gesamtkonzepts. Nachhaltige Veränderungen von Gewohnheiten und Erfahrungen im Rahmen eines gemeinsam erstellten Gesamtkonzepts der Kindertagesstätte sind Voraussetzungen für die erfolgreiche Arbeit einer gesundheitsfördernden Kindertagesstätte.

Kindertagesstätten sind:

  • für Kinder wichtige Orte des Aufwachsens,
  • für pädagogische Fachkräfte sind sie der Arbeitsplatz,
  • für Eltern eine wichtige Dienstleistungseinrichtung.

Jede Kindertagesstätte unterscheidet sich deutlich von allen anderen Kindertagesstätten im Hinblick auf:

  • das jeweilige Umfeld (Stadt, Land)
  • die Kinder und ihrer Familien
  • die baulichen Voraussetzungen
  • die Trägerschaft
  • das Team

Kinder und pädagogische Fachkräfte verbringen große Teile ihrer Zeit gemeinsam in Kindertagesstätten. Dabei ist unumstritten, dass im Lebensraum Kindertagesstätte ein starker Einfluss auf die Gesundheit ausgeübt wird und zugleich Bedingungen von Gesundheit gestaltet und beeinflusst werden. In diesem sozialen System werden alltäglich gesundheitsbezogene Werte, Einstellungen und Verhaltensweisen vermittelt und gelebt.

Zielstellung

Die TeilnehmerInnen des Projektes werden befähigt, in nachhaltiger Weise im Lebensraum Kindertagesstätte folgende drei Ebenen zu realisieren:

  • Schaffung und Erhaltung einer gesunden physikalischen und psycho-sozialen Umwelt
  • Integration der Gesundheitsförderung in die Prozesse des Kindertagesstätten-Alltags
  • Verknüpfung mit anderen Settings durch Netzwerke (aktive Elternpartnerschaften, Gemeinwesenarbeit, Träger….)

Die Gesundheitsförderung ist unter partizipatorischen  Aspekten zu betrachten. Das heißt, die Beteiligten wie z.B. die ErzieherInnen, die zu betreuenden Kinder, die Eltern und der Träger sind zum einen am Prozess aktiv zu beteiligen, zum anderen sollen sie Mitbestimmungsmöglichkeiten erhalten.
Ziel dieses Projektes ist ein ganzheitlicher Ansatz zur Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten, der nachhaltig mit allen Beteiligten gelebt und prozessorientiert gestaltet wird.

Folgende Bereiche sind als Grundbausteine für die erfolgreiche Umsetzung der Gesundheitsförderung in Kindertagesstätten immer zu berücksichtigen:

Setting-Ansatz

Selbstwahrnehmung
der Akteure

Bewegung


Ernährung

Stressbewältigung/Entspannung

Unfallprävention
Analyse der Strukturqualität im Setting der Kita

Selbst- und Fremdwahrnehmung zur eigenen Gesunderhaltung

Geeignete verhaltens- und gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme

Vermeidung von Mangel- und Fehlernährung

Ein gesundes psycho-soziales Klima

Bau und Ausrüstung der Kindertagesstätte, Unfallverhütung


Das Projekt ist mit mind. 5 Kindertagesstätten unterschiedlicher Größe und Träger sowohl aus Städten als auch aus dem ländlichen Bereich durchzuführen. Die Einrichtungen müssen keine besonderen Vorausset-zungen oder Ausstattungen vorweisen. Grundvoraussetzung für die Arbeit einer gesundheitsfördernden Kindertagesstätte ist das Nutzen aller vorhandenen Ressourcen nach dem Setting- Ansatz, um weitestgehend die Gesundheitsförderung im Konzept zu integrieren.

Auf Grundlage einer Bestandsaufnahme zu Beginn, werden unter Beteiligung von pädagogischen Fachkräften, Eltern, Kindern und den Trägern der Kindertagesstätten einrichtungsspezifische Maßnahmen entwickelt und durchgeführt.

Die Maßnahmen können und werden je nach Bedarf der Einrichtung sehr verschieden sein. Sie können im Bereich der vier „klassischen“ Felder Ernährung, Bewegung, Stressbewältigung und Unfallprävention liegen, aber auch ganz andere Themen aufnehmen.

Es werden Fortbildungen für Erzieher/innen in Grund- und Wahlmodulen zu Themen oder Maßnahmen zur Verbesserung der Elternarbeit und des Klimas in der Kita aber auch zur Förderung der Vernetzung der Kindertagesstätte innerhalb der Infrastruktur durchgeführt. Die konkrete Ausgestaltung der Projektarbeit erfolgt in Abstimmung mit der jeweiligen Kindertagesstätte.

Die Projektträger Unfallkasse Mecklenburg- Vorpommern und die Bildungsstätte JAMBUS begleiten während der gesamten Projektphase die Kindertagesstätten.

Die Nachhaltigkeit wird durch entwickelte Standards gesichert, an denen sich die teilnehmenden Einrichtungen orientieren und ihren Anerkennungsstatus erhalten können.

Der offizielle Projektbeginn für die teilnehmenden Kindertagesstätten erfolgt in Form einer ersten Auftaktveranstaltung. Teilnehmer dieser Veranstaltung sind:

  • die Projektträger
  • die ProjektpartnerInnen
  • die VertreterInnen der jeweiligen Kindertagesstätte bzw. Teammitglieder
  • die TrägervertreterInnen der jeweiligen Kindertagesstätte
  • die ElternvertreterInnen der jeweiligen Kindertagesstätte
  • die Fach- und PraxisberaterInnen der jeweiligen Kindertagesstätte.

Allen soll der Blick auf die wichtigen Handlungsfelder nahe gebracht werden:  Zum einen die Gesundheit von Erzieherinnen und Erziehern und zum anderen die Stärkung der Zusammenarbeit mit den Eltern und die Arbeit im Netzwerk mit allen beteiligten Kooperationspartern, die im Setting mitwirken.

Verlauf

ca. 3 Monate:


im Anschluss:



ca. 12 Monate


ca. 3 Monate

ca. 6 – 8 Monate
Auswahl und Akquise der teilnehmenden Kindertagesstätten, Öffentlichkeitsarbeit

Auftaktveranstaltungen durch die Projektträger (Unfallkasse und JAMBUS) bei den teilnehmenden Kindertageseinrichtungen,
Fachbesuch bei den teilnehmenden Kindertagesstätten vor Ort

Qualifizierungsmodule für die pädagogischen Fachkräfte in drei bis fünf Klassen; je pädagogische Fachkraft 32 UE

Teamfortbildungen (je 8 UE pro Team in der jeweiligen Kita vor Ort

intensive Fachbegleitung und Vorbereitung auf die Zertifizierung; Umsetzung der Dokumentation


Bisher wurden in zwei Projektdurchläufen 17 Kindertagesstätten aus dem Land Mecklen-burg-Vorpommern zertifiziert. Ein 3. Projekt hat im Herbst 2015 mit weiteren 5 Kindertagesstätten begonnen.
Interessierte Kindertagesstätten können über folgende Kontaktadresse mehr erfahren: h.harder@dbz-mv.de       » Download Flyer