„Gott spricht: Suche Frieden und jage ihm nach!“

Psalm 34, 15

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Workshop: Differenzierter Einsatz von Psychopharmaka – Unterschiedliche Perspektiven

Zielgruppe(n)

Fachkraft, Hilfskraft, Leitungskraft, Privatperson, Interessierte

Ausschreibung

Psychiatrische Psychopharmaka können dem Anspruch, psychische Probleme überwiegend sozialer Natur zu lösen, kaum gerecht werden. Sie mögen einem Teil psychiatrischer PatientInnen helfen, akute Krisen zu überstehen, und vielen Betroffenen die Erfahrung, dass sie innerhalb ihrer Lebensverhältnisse derzeit ohne diese Psychopharmaka nicht zurechtkommen. Mittel- und langfristig bergen sie jedoch viele Risiken:

Toleranzbildung, Behandlungsresistenz, körperliche Abhängigkeit, teils gravierende unerwünschte Wirkungen und vor allem erschweren sie den Blick auf die Notwendigkeit, sich mit psychotherapeutischen sowie mit Selbsthilfemaßnahmen aktiv mit der eigenen, oft desolaten Lebenssituation auseinanderzusetzen und Wege zu erarbeiten in Richtung auf ein erfüllenderes und weniger krisenanfälliges Leben.

Ein anderes Krankheitsverständnis, recovery- und empowermentorientierte alternative Krisenbewältigungsformen, unterstützende statt stellvertretende Wege der Entscheidungsfindung (z. B. Psychosoziale Patientenverfügung), risikoverminderte Maßnahmen beim Absetzen, umfassende Informationen über die unerwünschten Wirkungen der Psychopharmaka und viele weitere Maßnahmen könnten dazu führen, dass aus psychiatrischen PatientInnen entsprechend den Behandlungsleitlinien aufgeklärte Bürger werden, die in Kenntnis der Risiken und Möglichkeiten eigene Entscheidungen treffen, wie sie ihr Leben und mögliche Krisen bewältigen wollen. Dies setzt ein Umdenken voraus: nicht nur bei psychiatrisch Tätigen, sondern auch bei den Betroffenen und ihren Familien.

Dozent/-in

  • Herrn Dr. phil. h.c. Peter Lehmann, Diplom-Pädagoge, Sozialwissenschaftler, Autor, Verleger, Medizinjournalist

Standort

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